| katholische
Pfarrgemeinde St. Johannes Nepomuk Friedhof 4 48565 Steinfurt Telefon:
02551-2909 Email: Kuester@JohannesNepomuk.de |
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Wo das Herz
zu Hause ist
Du kannst nicht leben, wenn Du keinen hast, der Dich mag, der sich um Dich sorgt, der etwas für Dich empfindet, einen, dem Du Dich von Zeit zu Zeit anvertrauen kannst und bei dem Du allezeit willkommen bist. Du kommst mit vielen Menschen im Leben zusammen, aber es sind nur wenige, die in Dein Leben eintreten, die mit Deinem eigenen Leben verwachsen, innig vertraut wie in einer guten Familie. Ich sage Dir: eine Gnade, ein Segen, wenn es gute Menschen sind, Menschen, bei denen Du geborgen, bei denen Du mit dem Herzen zu Hause bist.
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Die katholische Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk
Sie
entstand zwischen 1721 und 1724, ist eine stilreine Barockkirche und als
solche einzig in der Umgebung. Zum Bau der katholischen Kirche im reformierten
Steinfurt kam es nach dem zwischen der Gräfin-Regentin lsabella Justina
und dem Fürstbischof von Münster geschlossenen Vergleich von
1716. Darin verpflichtete sich die Grafschaft, kostenlos ein Grundstück
zur Verfügung zu stellen für die Errichtung einer römisch-katholischen
Kirche, eines Pastorats, eines Küster- und Schulmeisterhauses und
für einen Begräbnisplatz. Das Bistum Münster würde
die Gebäude errichten und unterhalten.
1722 wurde mit dem Bau begonnen, nach einer erstaunlich kurzen Bauzeit von zwei Jahren war die Kirche bereits fertiggestellt. 1724 fand eine vorläufige Weihe statt, die endgültige wurde erst im Jahr 1778 von Weihbischofwilhelm D'Alhaus vorgenommen. Baumeisterwaren die in bischöflichen Diensten stehenden Gebrüder Gottfried Laurenz Pictorius und Peter Pictorius d. Jüngere. Daß das Patrozinium des hl. Johannes Nepomuk für die Steinfurter Kirche gewählt wurde, obwohl dieser erst im Jahre 1729 heilig gesprochen wurde, ist wohl auf die besondere Verehrung des Heiligen in der Familie des Bauherrn Clemens August zurückzuführen. Johannes Nepomuk wurde zum Märtyrer, weil ersieh nichtzwingen lassen wollte, das Beichtgeheimnis zu brechen.
Die barocke Fassade der Kirche ist in ihrem originalen Zustand
erhalten. Sie ist, typisch für die Zeit, als absolute Schauseite des
Gebäudes angelegt, in ihrer Ausführung schlicht und streng symmetrisch.
Das Portal in der Mitte hat eine schon seit der Renaissance als Schmuckelement
beliebte Giebelverdachung, die der relativ klein und zierlich wirkenden
Tür mehr Gewicht verleiht. Direkt darüber die Nische mit dem
Standbild des Kirchenpatrons.
Die Kirche wurde von Pictorius konzipiert als Wandpfeilerkirche. Das sind einschiffige Bauten mit eingezogenen Strebepfeilern, zwischen denen anstelle von Seitenschiffen kapellenartige Nebenräume liegen, so daß auf diese Weise auch der einschiffige Raum stark gegliedert wirkt. Das ursprüngliche Gebäude hatte vier Joche mit Kreuzgewölben und Rippen. Ein apsisartiger Chor bildete den Abschluß nach Süden - etwa an der Stelle des heutigen Altartisches, denn die Kirche ist nicht, wie meist üblich, nach Osten, sondern nach Süden ausgerichtet. Als die Kirche für die wachsende Gemeinde im Lauf der Zeit zu klein wurde, erweiterte man sie 1885 nach den Plänen des münsterischen Regierungsbaumeisters Hertel um ein geräumiges Querschiff und einen Chorraum im neuromanischen Stil.
Von der ursprünglichen Innenausstattung ist nicht mehr sehr
viel erhalten. Der barocke Hochaltarwurde bei dem Erweiterungsumbau im
19. Jahrhundertabgebrochen. Nur das ehemals darin enthaltene Ölgemälde
hängt wieder im Chor. Es stellt die Kreuzigung Christi dar und wird
dem italienischen Maler Giovanni Murari Veronese zugeschrieben. Die beiden
sehr schönen und lebhaft wirkenden Holzfiguren am Chorbogen, links
der hl. Joseph und rechts Johannes der Täufer, sind zwischen 1730
und 1750 entstanden und schmückten ehemals den barocken Hochaltar.
Aus der Erstausstattung stammt auch das im östlichen Seitenschiff
noch vorhandene steinerne Taufbecken in Pokalform mit zierlichem Schmuck.
Es dient jetzt als Weihwasserbecken.
Die Orgel, erstmals 1775 von Goswin Heilmann eingebaut, wurde
1846 von Johann Kersting und seinem Sohn Melchior unter Verwendung von
Teilen des alten Instruments neugebaut. Sie besitzt 22 Register und 1286
Pfeifen. Fast das gesamte alte Pfeifenwerk (19 Manual- und 9 Pedalregister
- 1334 Pfeifen) ist erhalten und vermittelt nach neuerlicher Restaurierung
vor einigen Jahren und kürzlicher Reinigung jetzt wieder das ursprüngliche
barocke Klangbild. Sie gilt als ein wertvolles Dokument des westfälischen
Orgelbaues.
Die Geschichte
unserer Pfarrgemeinde in Stichworten
Um 1100 ist Borchstenvorde selbständige Pfarrei; das heute 'Große Kirche' genannte Gotteshaus, ebenfalls dem heiligen Willibrord geweiht, ersetzt das ursprüngliche Kirchlein; neben der Kirche entsteht eine Johanniterkommende.
1270 übernehmen die Johanniter die Pfarrseelsorge.
1480 ersteht, wo sich bis dahin eine Kapelle befand, die Stadtkirche zum Heiligen Geist, kurz 'Kleine Kirche' genannt.
1544 führt Graf Arnold II. die Reformation durch. Die Heilig-Geist-Kirche wird der evangelischen Gemeinde als Gotteshaus zugewiesen.
1564 übernimmt die evangelische Gemeinde auch die 'Große Kirche'
bis 1673 ist die Kommendenkapelle das einzige katholische Gotteshaus in Burgsteinfurt.
1673 erzwingt Fürstbischof Bernhard von Galen die Mitbenutzung der 'Großen Kirche' durch die Katholiken; Jesuiten übernehmen den Gottesdienst und die Seelsorge für die katholische Gemeinde.
1687 entsteht die katholische Kommendenpfarre (-1810).
1716 schließen das Grafenhaus von Burgsteinfurt und der Bischof von Münster einen Vertrag über die Errichtung eines eigenen Gotteshauses für die katholische Kirchengemeinde.
1721-24 entstehen nach den Plänen des Barockbaumeisters Pictorius die Pfarrkirche St. Johannes Nepomuk, das zugehörige Pfarrhaus und ein Schulgebäude.
1810 erfolgt die Auflösung der Johanniterkommende durch den Staat; die Kommendenpfarre wird mit der Pfarrgemeinde St. Johannes Nepomuk vereinigt.
1861 nehmen die Clemensschwestern aus Münster im fertiggestellten Krankenhaus den Dienst an den Kranken auf.
1862 gründet Pfarrer Uppenkamp den Kirchenchor.
1883-85 wird die Pfarrkirche durch ein Querhaus mit größerem Chorraum erweitert.
1893 eröffnen Schwestern von der Göttlichen Vorsehung aus Münster einen Kindergarten und eine Handarbeits-, Näh und Kochschule (Josefshaus).
1903 ersteht das Ludwigshaus und wird den Vereinen der Pfarrgemeinde zur Verfügung gestellt.
1929 wird das Krankenhaus erweitert.
1945 zerstört ein Luftangriff das Ludwigshaus.
1949 ist der Hauptbau des Ludwigshauses wieder aufgebaut.
1956 wird das Krankenhaus vergrößert und umfassend modernisiert.
1958 Renovierung der Pfarrkirche und Erneuerung des Hochaltares.
1958 öffnet der Kindergarten St. Willibrord an der Kreuzstiege seine Pforten für die Kinder aus dem Stadtteil Friedenau.
1963 kann die 'katholische Volksschule' St. Willibrord an der Kreuzstiege die ersten Kinder aufnehmen.
1965 bezieht nach durchgreifender Renovierung des Gebäudes die Katholische öffentliche Bücherei die ehemalige Volksschule.
1966 modernisieren H. Schürk-Frisch aus Münster, T. Benning-Dinnendahl aus Düsseldorf und G. Frese aus Burgsteinfurt die Krankenhauskapelle.
1967-68 wird die Pfarrkirche von Grund auf renoviert und - der Liturgiereform entsprechend - nach Plänen von Professor Hein Wimmer aus Köln umgestaltet.
1971 ersteht das Gemeindezentrum St. Willibrord, zuerst als eigene Gemeinde geplant, als Filialkirche und zweites Pfarrheim.
1977 wird der Kindergarten St. Johannes am Kleppgarten fertiggestellt und eröffnet.
1982 wird die Pfarrkirche kurzfristig innen saniert; die evangelische Gemeinde stellt spontan die Große Kirche zur gemeinsamen Gottesdienstnutzung zur Verfügung.
1984 restauriert die Firma Breil die Barockorgel der Pfarrkirche in den vermeintlich ursprünglichen Zustand.
1985 kann das Ludwigshaus nach umfassendem Umbau als Pfarrzentrum eingeweiht werden.
1986 wird die Fassade der Kirche grundsaniert.
1987 werden der Kirchplatz und der Vorplatz des Ludwigshauses neu gestaltet, sowie der Friedhof zum Ludwigshaus hin erweitert.
1990 zerstört eine Windböe den östlichen Turmgiebel und die historische Orgel der evangelischen Großen Kirche und setzt eine große gemeinsame Spendenaktion in Gang.
1991 findet das erste ökumenische Pfarrfest unter dem Titel 'Miteinander - Füreinander' statt; der Erlös fließt größtenteils dem Wiederaufbau 'unserer' Evangelischen Großen Kirche zu.
1991 wird neben dem evangelischen Friedhof an der Ochtruper Straße der neue Kommunalfriedhof eröffnet und eingesegnet.
1993 wird der Saal des Ludwigshauses umfassend renoviert.
1994 findet das zweite ökumenische Pfarrfest mit dem Titel ´Miteinander - Füreinander´statt; der Erlös unterstützt unsere Partnergemeinde San Antonio Abad in El Salvador und die Arbeit der evangelischen Schwester Christa Maria Stark.
1996 feiert die Gemeinde das 25jährige Jubiläum des Gemeindezentrums mit einem großen Familienfest.
1997 Durch vielfache Spenden kann die Pfarrgemeinde eine Chororgel der Firma Breil in der Pfarrkirche aufstellen. Auch freut sich die Gemeinde über ein neues Beichtzimmer in der Kirche.
1999 mit großer Freude begeht die Gemeinde das 275-jährige Jubiläum in einer grundlegend und umfassend renovierten Pfarrkirche.
2002 wird der neue Kreuzweg eingesegnet. Er wurde gestaltet von Leo Janischowski.
2007 findet wieder ein ökumenische Pfarrfest unter dem Titel 'Miteinander Füreinander - aus der Gemeinde für die Gemeinde' statt; der Erlös fließt in sog. Patenschaften, wobei sich ´gutverdienende´Stände ein unterstützungwertes Projekt suchen; ein gelungenes Konzept.
2008 In diesem Jahr des Umbruch muss sich die Gemeinde schweren Herzens vom Gemeindezentrum St. Willibrord verabschieden. Nunmehr konzentriert sich das Gemeindeleben auf die Pfarrkirche und das Ludwigshaus.